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Sport Fußballweltmeisterschaft 2010 als friedliches Fußballfest


Westpfalz, Fußballweltmeisterschaft 2010 als friedliches Fußballfest Public-Viewing-Veranstaltungen in Kaiserslautern, Zweibrücken und Pirmasens

Wenn am kommenden Freitag in Südafrika die Fußballweltmeisterschaft 2010 beginnt, werden insbesondere in der Westpfalz Erinnerungen an die WM 2006 geweckt.

Vor vier Jahren war „die Welt zu Gast bei Freunden“ in Kaiserslautern ...

... und feierte begeisterte und friedliche Fußballfeste. Friedliche Fußballfeste sollen auch die diesjährigen Public-Viewing-Veranstaltungen in der Westpfalz werden.

Öffentliche Veranstaltungen sind in den Städten Kaiserslautern (Boschplatz), Zweibrücken (Alexanderplatz) und Pirmasens (ehemaliges Park-Kino) geplant. Beamtinnen und Beamte des Polizeipräsidiums Westpfalz werden bei den Events präsent sein und Verstöße in strafrechtlicher und verkehrsrechtlicher Hinsicht sowie sonstige ordnungsrechtliche Sachverhalte konsequent verfolgen. Damit die Polizei auch in diesem Jahr am Ende der WM „keine nennenswerten Vorkommnisse“ melden kann, wendet sie sich mit den nachfolgenden Tipps an die Fußballanhänger.

Gerade nach Siegen der deutschen Mannschaft werden sich mehr oder weniger lange Autokorsos durch die Innenstädte bewegen und wildfremde Menschen werden sich in den Armen liegen. Auch die Spiele einiger anderer Nationen mit großem und emotionsstarkem Fanpotenzial in der Bevölkerung dürften nicht gänzlich ohne Jubelfeiern abgehen. Nicht vergessen werden dürfen aber bei aller Begeisterung die berechtigten Interessen der betroffenen Anwohner sowie aller Mitbürgerinnen und Mitbürger, die durch die Feiern Einschränkungen hinnehmen müssen. Ebenso klar ist, dass grundsätzliche Aspekte der Verkehrssicherheit nicht zu kurz kommen dürfen.

Seit Tagen wehen bereits wieder die Autofähnchen und –fahnen – ihre Zahl wächst täglich. Die Fanfahnen sind schön anzusehen, aber für ihre Verwendung gilt:

• Die Befestigungsvorschriften des Herstellers sind unbedingt einzuhalten!
• Die feste Anbringung muss vor jeder Fahrt geprüft werden!
• Der Fahrer darf durch die Fähnchen nicht in der Sicht behindert werden!
• Geschwindigkeitshinweise des Herstellers sind auf jeden Fall einzuhalten.
• Für längere Fahrten auf Bundesautobahnen oder Kraftfahrstraßen sind die Fähnchen weder geeignet noch gedacht. Vor solchen Fahrten müssen sie auf jeden Fall abgenommen werden!


Wenngleich die Fähnchen sicherlich der am weitesten verbreitete Fanartikel (im Straßenverkehr) sind, gilt natürlich auch für alle anderen an Fahrzeugen angebrachten Anbauteile:

• Sie dürfen den Fahrer nicht in seiner Sicht- und Bewegungsfreiheit einschränken.
• Sie dürfen Passanten und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährden oder über Gebühr behindern.
• Sie müssen den allgemeinen Ausrüstungs- und Zulassungsbestimmungen für die jeweilige Fahrzeugart entsprechen.


Autokorsos machen Spaß und verbreiten gute Stimmung! Allerdings sind sie nicht ungefährlich: Im Verlauf der EM-Endrunde 2008 haben sich auch in Rheinland Pfalz mehrere Verkehrsunfälle im Rahmen von Jubelkorsos ereignet - dabei wurden auch Menschen verletzt. Es gilt: Die Verkehrsregeln und -zeichen sind auch während eines Korsos nicht außer Kraft gesetzt! Bei allem Verständnis muss und wird die Polizei deshalb bei Missachtung nachfolgender Vorgaben einschreiten:

• Zur Natur eines Korsos gehört eine geringe Geschwindigkeit – in der Regel Schrittgeschwindigkeit
• Ausreichender Sicherheitsabstand muss auch in einem Korso eingehalten werden!
• Die Anschnallpflicht gilt auch während eines Autokorsos!
• Hinauslehnen aus den Fenstern ist für Fahrzeuginsassen und Passanten sehr gefährlich!
• „Fahrgäste“ haben im Kofferraum, auf dem Dach oder der Motorhaube nichts zu suchen!
• Flaschen, Gläser dürfen nicht aus den Fahrzeugen gehalten oder gar geworfen!
• Fahnen, Banner und Schals dürfen den Fahrer nicht in seiner Sicht beeinträchtigen!
• Der Korso hat an Ampeln und Kreuzungen keine „eingebaute Vorfahrt“!
• Mit unbedachtem Verhalten von Fußgängern und Passanten muss immer gerechnet werden!
• Zeichen und Weisungen der Polizei müssen beachtet werden!
• Alkohol und Drogen sind ein absolutes Tabu!


Wenn dann noch die zeitliche Dauer, insbesondere nach den Abendspielen, in vertretbarem Rahmen bleibt, ist schon viel erreicht.

Jubelfeiern gehören natürlich ebenfalls zu einer Fußball-WM. Allerdings gilt:

• Tanzen und Feiern auf befahrenen Straßen ist höchst gefährlich!
• Kreuzungen und Zufahrten für Rettungsfahrzeuge und Linienbusse müssen jederzeit frei bleiben!
• Die Regeln zur Nachtruhe sind nicht außer Kraft gesetzt und die Toleranz der betroffenen Anwohner hat berechtigte Grenzen!
• Wer in der Öffentlichkeit feiert, muss auch aufräumen – oder erst gar keinen Dreck machen!
• Glasscherben auf Straßen und Gehwegen, umherfliegender Unrat aller Art und Urinlachen in Hauseingängen und Vorgärten sind auch mit hochfliegenden Emotionen nicht zu rechtfertigen.

Abschließend auf den Punkt gebracht: Während der WM ist (fast) jeder Fan des Fußballs und der Mannschaft von Jogi Löw und drücken ihr fest die Daumen. Aber gerade beim Feiern ist von allen Beteiligten eine Portion Toleranz und Fingerspitzengefühl gefragt. Wenn diese tragenden Säulen menschlichen Zusammenlebens beherzigt werden, ist die Freude am Ende umso größer – und zwar ebenfalls für alle! Dann wird die Fußball-WM 2010 ein friedliches Fußballfest wie vor vier Jahren – die Polizei wird ihren Beitrag dazu leisten.

(Quelle: www.polizei.rlp.de)



Donnerstag, 10 Juni 2010


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